WhatsApp führt Benutzernamen ein: Sicherheitsrisiko durch Namensreservierung

WhatsApp ersetzt Handynummern durch Benutzernamen. Tests zeigen, dass Betrüger durch die Reservierung offizieller Banknamen leicht Vertrauen erschleichen können.
Umstellung auf Benutzernamen statt Telefonnummern
Der Nachrichtendienst WhatsApp bereitet eine grundlegende Änderung des Identifikationssystems vor. Anstelle der bisher obligatorischen Handynummer sollen Nutzer künftig individuelle Benutzernamen verwenden können. Dies soll die Privatsphäre erhöhen, da die Telefonnummer nicht mehr für alle Kontakte sichtbar sein muss.
Das neue System folgt dem Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“. Nutzer können sich ihre gewünschten Namen innerhalb der Plattform sichern, um eine eindeutige Identifizierung zu gewährleisten. Diese Umstellung markiert einen Paradigmenwechsel in der Art und Weise, wie Nutzer auf der Plattform gefunden und kontaktiert werden.
Sicherheitsrisiken durch Identitätsmissbrauch
Untersuchungen haben jedoch Schwachstellen in diesem neuen Modell aufgezeigt. Es wurde festgestellt, dass die einfache Reservierbarkeit von Namen ein erhebliches Risiko für Phishing-Angriffe und Betrug darstellt. Da Namen nicht zwingend verifiziert werden müssen, können Unbefugte Profile erstellen, die täuschend echt wirken.
In einem Test durch Blick wurde demonstriert, wie leicht professionell klingende Namen gesichert werden können. Dabei wurden gezielt Namen reserviert, die offiziellen Institutionen ähneln. Die Ergebnisse verdeutlichen, wie einfach es für Kriminelle ist, sich eine glaubwürdige Identität anzueignen.
Gefahr für den Finanzsektor
Besonders kritisch bewerten Experten die Auswirkungen auf den Finanzsektor. Während des Tests konnten Namen reserviert werden, die direkt auf Schweizer Banken hindeuten. Solche Profile könnten genutzt werden, um:
- Falsche Identitäten von Bankmitarbeitern vorzutäuschen.
- Vertrauenswürdige Kommunikation zu simulieren.
- Nutzer zur Preisgabe sensibler Finanzdaten zu bewegen.
Durch die Verwendung eines Namens anstelle einer Nummer fehlt den Empfängern ein wichtiges Merkmal zur Verifizierung. Eine Telefonnummer ist oft fest mit einer Identität verknüpft, während ein Benutzername innerhalb der App mit minimalem Aufwand geändert oder neu erstellt werden kann. Dies erschwert die Arbeit von Sicherheitsbehörden und Plattform-Moderatoren bei der Identifizierung von Betrügern massiv.
Herausforderungen für die Plattformbetreiber
Für WhatsApp stellt die Einführung eine Gratwanderung zwischen Datenschutz und Nutzerinteraktion dar. Während die Anonymisierung der Handynummer ein gewünschtes Feature für die Privatsphäre ist, eröffnet die Namenswahl Tür und Tor für soziale Manipulation. Es bleibt abzuwarten, ob das Unternehmen zusätzliche Verifizierungsprozesse für geschütztes Branding oder offizielle Institutionen einführen wird, um den Missbrauch solcher Identitäten zu verhindern.



